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Historie Soldaten- und Reservistenkameradschaft Büchold

Nach der Reichsgründung im Jahre 1871 und dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich wurde das Selbstbewußtsein der Deutschen gestärkt. In den Dörfern und Städten gehörte es nunmehr dazu, Militär-, Kampfgenossen- oder Kriegervereine zu gründen.

Deshalb ist auch zu verstehen, daß sich mit Johann Wendel einige weitere patriotische Männer aus der Gemeinde Büchold im Jahr 1874 zusammenschlossen, um auch hier einen „Kampfgenossen-Verein“ zu gründen. Mit Schreiben vom 7. Oktober 1875 wurde dem hiesigen Pfarrer Kissmann durch das bischöfliche Ordinariat genehmigt, die Vereinsfahne am 17. Oktober 1875 feierlich zu weihen.

Neben Stiftungsfesten und Fahnenweihen in den umliegenden Ortschaften bildete der Geburtstag des Königs Ludwig II. von Bayern (1864-1886) am 25. August alle Jahre den Höhepunkt im Vereinsleben. Mit Fahne und Musikbegleitung zog man dabei zum Gottesdienst in die Kirche.

Mit besonderem Prunk feierte der Verein natürlich seine eigenen Jubläumsfeste. Als Beispiel soll hier das Festprogramm vom 8. September 1895 dienen, zur 25jährigen „Erinnerungsfeier der glorreichen Siege von 1870/71 zu Ehren der tapferen Veteranen und Mitkämpfer aus den Feldzügen“. Am Vorabend Zapfenstreich mit der Kapelle „Stamm“, um 5 Uhr Weckruf unter Mitwirkung des Chevauleger-Trompeters Ambros Oestreicher in Uniform, mit Säbel und hoch zu Roß. Um halb 9 Uhr Ehrung der 14 Veteranen im Rathaussaal, anschließend feierlicher Zug von der Gastwirtschaft Issing zur Kirche, Festgottesdienst mit Pfarreiverweser Oestreicher, um 15 Uhr Festzug durchs Dorf zur Wolfschen Gartenwirtschaft, dort Schmücken der Veteranen mit Lorbeerkranz – feierlich umrahmt vom Gesangverein Vasbühl unter ihrem damaligen Dirigenten Ambros Oestreicher.

Johann Kober, der den Verein von 1906 an während der schweren Zeit des Ersten Weltkriegs mit viel Mühe und Not leitete, trat 1918 zurück, und Nachfolger wurde am 12. Januar 1919 Anton Staat. Die Armut nach dem Kriege macht einen „Ausschuß für Unterstützungswesen“ notwendig. Der Unterstützungskasse wurde der fünfte Teil je Mitgliedsbeitrag gewährt. In den Protokollen ist seit 1927 nicht mehr die Rede von einem Kampfgenossen-Verein, sondern von dem „Kriegerverein Büchold“ oder auch Krieger- und Kampfgenossenverein. Die Unterstützungskasse im Verein wurde aufgehoben und der Beitritt zum „Bayerischen Kriegerbund“ erklärt. 1929 erfolgte der Beitritt zum Kriegsgräberfürsorge-Verein.

Die Ereignisse im politischen Leben jagten sich nun von Tag zu Tag, bis Hitler mit der Reichstagswahl am 5. März 1933 sein seit Jahren zäh verfolgtes Ziel, die Errichtung der Diktatur, erreichte. Schon nach kurzer Zeit reichten die politischen Veränderungen bis hinein in die kleinsten Dörfer unserer Heimat. Seit 1934 hatte der Kriegerverein keinen Vorstand mehr, sondern einen Führer oder auch Kameradschaftsführer. Vom 14. bis 16. Juli 1934 ging ein lang gehegter Wunsch der Mitglieder des Kriegervereins in Erfüllung: Zusammen mit dem 60jährigen Stiftungsfest konnte auch das Kriegerdenkmal eingeweiht werden. Die letzte Generalversammlung während der nationalsozialistischen Zeit fand am 20. August 1944 im Gasthaus Mons mit 25 Mitgliedern statt. Der Zweite Weltkrieg kostete 31 Bücholder das Leben und 12 blieben vermißt.

Der nächste Eintrag ins Protokollbuch erfolgte nach einer zehnjährigen Zwangspause erst wieder am 6. Januar 1954 mit Neuwahlen. Am 30. und 31. Mai 1959 beging der Verein sein 85jähriges Stiftungsfest in Verbindung mit der Enthüllung und Weihe der Gedenktafel für die Gefallenen und Vermißten des Zweiten Weltkrieges. Durch die mit Fahnen und Girlanden festlich geschmückten Straßen, angeführt vom Reit- und Fahrverein Büchold, bewegte sich der Fackelzug zur Gastwirtschaft „Zum Adler“, wo der Festkommers und Kameradschaftsabend mit 500 Gästen eröffnet wurde. Der Verein ist seit dem 1. April 1963 Mitglied im Deutschen Soldaten- und Kriegerbund in Bayern e.V. und nennt sich seither „Soldaten- und Kriegerkameradschaft Büchold“.

Vom 7. bis 8. Juni 1975 wurde das 100jährige Stiftungsfest der „Soldaten- und Kriegerkameradschaft Büchold“ festlich begangen. 1986 beschlossen die Mitglieder eine Namensänderung in „Soldaten- und Reservistenkameradschaft“. Das seit 1989 stattfindende Schloßbergfest ist mittlerweile zu einer ständigen Einrichtung geworden. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde 1993 das Kriegerdenkmal renoviert und etwas versetzt. Der Platz davor und um das Denkmal wurde neu gestaltet, vom Verein bepflanzt und künftig auch gepflegt. Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte kann und sollte das 125jährige Stiftungsfest im Jahr 1999 werden.

Vorstände: Johann Wendel (1874 - 1894), Nikolaus Weichsel (1895 - 1897), Johann Wendel 1898, Nikolaus Weichsel (1899 - 1904), Friedrich Warmuth 1905, Johann Kober (1906 - 1018), Anton Staat (1919 - 1924), Karl Friedrich (1925 - 1929), Sebastian Landgraf (1930 - 1953), Alfred Weichsel (1954 - 1955), Nikolaus Brendel (1956 - 1985), Valentin Graff (1986 - 1987), Ernst Rauch (1988 - 1997), Hermann Schock (1998 - heute)