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Historie Jugendzentrum (JUZ) Büchold

In früherer Zeit traf sich die Jugend mit ihren Eltern zusammen bei „Spielabenden“ in der Nachbarschaft oder bei Bekannten im Dorf – oder auch ab und zu mal mit den Eltern im Gasthof.

Mit der Motorisierung in den sechziger Jahren und der damit verbundenen Beweglichkeit kam der Drang, auch mal eine Spritztour in die Nachbarortschaften zu unternehmen. Wer kein Moped oder sogar Auto bzw. Motorrad besaß, vergnügte sich in seinem Freundeskreis (der Clique) beim Kartenspiel oder Fernsehen in der Gastwirtschaft, bei abendlichen Streifzügen durchs Dorf oder beim Feiern in der Wohnung von Freunden. Dort wurden Schlager gehört, wurde getanzt und getrunken. Ein beliebter und im Umkreis bekannter Treffpunkt in Büchold waren in den siebziger und achtziger Jahren die fast wöchentlichen Tanzveranstaltungen im Saale des Gasthauses Distler, wo jung und alt sich zu Tanz und Vergnügen einfanden. Als die Gastwirtschaft Distler 1984 ihre Tore schloß, strebte die nun gut motorisierte Jugend hinaus in die Diskotheken und zu den aufkommenden Beat-Abenden. Als in der Umgebung langsam die Einrichtung von Jugendzentren in Gang kam, entschloß sich auch die Bücholder Jugend zum Handeln:

Mit schriftlichem Antrag vom 28. Oktober 1985 traten die Bücholder Jugendlichen an den Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung mit der Bitte heran, den Keller neben der Scheune im Pfarrhof als Jugendraum herrichten zu dürfen. In mehreren Gesprächen wurde diesem Anliegen unter diversen Auflagen zugestimmt. Schon die Silvester-Party 1985 konnte im Keller „Aristoteles“, wie ihn die Jugend nannte, gefeiert werden. Um den feuchten Keller jedoch gemütlicher einrichten zu können, wären aufwendige und kostspielige Restaurierungen und viel Eigeninitiative notwendig gewesen. Trotz des Angebotes der Materialbereitstellung durch die Kirchenverwaltung ließ die Jugend von diesem aufwendigen Vorhaben ab und richtete sich den Keller nur provisorisch ein.

1988, im Jahr der 1200-Jahrfeier Bücholds, bei der die Jugendlichen mit dem Bau von Lehmhütten (Darstellung der Ureinwohner von Büchold) am Afterbankweg glänzten, reifte bei ihnen die Idee, die anstehenden Geburtstage einiger Kameraden mit einer Feier auf der Pferdekoppel des Anwesens Otto Brust (Afterbankweg) gebührend zu begehen. Noch heute ist die jährliche Koppelfeier im Juli der Höhepunkt des „Jugend-Jahres“; 1998 konnte das 10jährige Jubiläum gefeiert werden.

Nebenbei existierte seit Sommer 1988 auch noch die „Baubude“ unterhalb des Seeweges, die abseits vom Dorf ein beliebter Treffpunkt der Jugend wurde. Mit einem Traktor wurde damals ein Bauwagen von Halsheim nach Büchold transportiert. Hier störte nun niemanden die laute Musik, und man war ganz unter sich. Als die Baubuden in der ganzen weiteren Umgebung jedoch überhandnahmen, griff die Polizei ein und verbot diese Art von Jugendtreffs.

Danach diente das leerstehende Anwesen Götz in der Brackenstraße, das die Stadt Arnstein gekauft hatte, um dort einmal das Feuerwehrhaus zu errichten, 25 Jugendlichen im Alter von 15 bis 20 Jahren ab 1991/92 als Treffpunkt. Das von der Stadt Arnstein kostenlos zur Verfügung gestellte alte Nebengebäude des Anwesens wurde in vielen Arbeitsstunden hergerichtet, und schon nach kurzer Zeit ertönten aus dem „Schuppen“ heiße Rhythmen. Mangels sanitärer Anlagen und immer öfter auftretender Schwierigkeiten mit der dortigen Nachbarschaft war dies jedoch keine endgültige Lösung bei der Suche nach einem festen Treffpunkt.

Als Oberlehrer Isidor Schmitt und Gattin im Juli 1994 verstarben, wurde die ehemalige Lehrerwohnung in der alten Schule frei und auf Antrag der Bücholder Jugendlichen von der Stadt Arnstein zum Ausbau eines Jugendzentrums zur Verfügung gestellt. Voraussetzung war aber, daß die Jugend eine Vorstandschaft bildete, um so die entsprechenden Ansprechpartner zu stellen. Zur Nutzung der Räume war allerdings erst eine gründliche Renovierung notwendig. Im Februar 1995 begann die Jugend mit den Arbeiten: Wände, Decken und Füßböden wurden ausgebessert, Mauern wurden versetzt und im ehemaligen Bad wurden neue Toiletten installiert; dabei beteiligt sich die Stadt Arnstein mit über 15000 DM an den Materialkosten, und viele Eltern der Jugendlichen – auch Großväter – halfen bei der Renovierung mit.

Der Bücholder Vereinsring, an der Spitze Vorsitzender Fritz Suckfüll, halfen beim Bau der Toiletten, und auch finanziell wurde den Jugendlichen kräftig unter die Arme gegriffen, da die WC-Anlagen auch den Vereinen bei ihren Festen am Schulplatz zur Verfügung stehen sollen. Am Samstag, dem 12. August 1995, war es schließlich soweit, daß die Einweihung des Jugendzentrums gefeiert werden konnte. Bürgermeister Roland Metz übergab die Begegnungsstätte den Bücholder Jugendlichen, und die gesamte Bevölkerung feierte kräftig mit. Die umgebauten Räume des „offenen Jugendtreffs“ wirken einladend und gemütlich. Hier kann sich die Jugend im Alter von 15 bis 20 Jahren täglich bis Mitternacht zusammenfinden.

Auch die 12- bis 14jährigen hatten sich rechtzeitig einen Raum (vorderes Zimmer) gesichert und richteten sich diesen mit Hilfe ihrer Eltern ein. Der Raum hat einen separaten Eingang und ist vom Zentrum der älteren getrennt. Auch für sie ist es wichtig, sich an einem zentralen Ort mit Gleichaltrigen treffen zu können. Dort sind die Cliquen schon nachmittags nach den Hausaufgaben, hören Musik und quatschen sich aus. Beaufsichtigt sollten sie ab und zu von ihren Eltern werden.

Das JUZ Büchold hält nicht nur seine regelmäßigen Plattenpartys ab, sondern ist auch für die Allgemeinheit da. Denn an Wahlsonntagen – das Wahllokal ist im Obergeschoß – veranstalten sie in ihren Räumen eine gemütliche Kaffeebar und laden die Wähler zu Kaffee und Kuchen ein. Alljährlich wird eine Silversterparty gegeben, und es werden zahlreiche Geburtstage gefeiert. Vom wechselnden Bardienst werden sowohl Anwesende bedient als auch wöchentlich die dazugehörigen Räume, Gang und WCs gesäubert. Auftretende Probleme und Meinungsverschiedenheiten werden, wie auch in anderen Vereinen, ausdiskutiert und mit Hilfe des Stadtrates Fritz Suckfüll, der sich für die Jugend stark engagiert, hervorragend gemeistert. Für einige der 25 Mitgliedern ist das JUZ schon fast zur „zweiten Heimat“ geworden. Von 1995 bis 1996 sorgte Rüdiger Krückel und ab 1997 Patrick Wendel hier für Ordnung.