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Die Geschichte des Dorfes

in Kurzfassung

Von der Großgemeinde Arnstein hat Büchold die wechselvollste und interessanteste Geschichte und man spricht nicht selten vom geschichtlich wohl markantesten Ort im gesamten Werntal.

Funde aus der Mittelstein- und Hallstadtzeit und Keltische Siedlungsfunde belegen, dass schon vor Christi Geburt die Gegend um Büchold besiedelt war.

Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes Büchold datiert in einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda vom 19. April 788, in der die Grafenbrüder Matto und Megingoz aus dem einflussreichen Geschlecht der Mattonen den Ort Buhhulidi –übersetzt: Buchenleite- dem Bonifatiuskloster Fulda vermachten.

1100 treten mit Herman, Rotolf und Swicker „de Bucholi“ erstmals Mitglieder eines Bücholder Adelsgeschlechts als Urkundenzeugen in Erscheinung.

Der Ordenseintritt der Gebrüder Konrad und Ulrich von Büchold im Jahre 1244 brachte dem Johanniterorden erste Erwerbungen in Büchold und schon 1299 war Büchold Sitz einer Johanniterkommende.

Im gleichen Jahr ist urkundlich von einem „castrum Buchelt“, was bedeutet: Burg Büchold und seinem Ritter „Cruck“ die Rede, welcher sich nach langem Zögern dem Ordenshaus unterwirft. Im selben Jahr 1299 wird mit dem Bau einer Kapelle St. Johannes in der Dorfmitte begonnen.

1316 erwirbt der Johanniterorden die Bücholder Burg von Graf Ludwig von Rieneck und vier Jahre später auch die Kapelle St. Johannes.

Eine tiefe innere Krise des Johanniterordens war der Grund, dass am 22. Dezember 1364 –also nach 65 jähriger Johanniter-Herrschaft- Büchold an Ritter Dietz von Thüngen verkauft werden musste.

Ritter Dietz gelang mit der Herauslösung von Büchold aus der sich gerade entfaltenden Territorialherrschaft des Hochstifts Würzburg zwischen Wern und Saale ein wichtiger Schritt, und Kaiser Karl der IV. verlieh ihm 1368 das Marktrecht, ein Halsgericht und das Asylrecht.

In seiner Bücholder Zeit fiel 1372 auch die Gründung der Pfarrei und 1399 der Bau der Kapelle St. Nikolaus über dem Dorf; also an der Stelle, wo die jetzige Pfarrkirche steht.

Ein weiterer Nachfolger der Thüngenschen Herrschaft war der äußerst streitbare und kriegslustige Adam von Thüngen zu Büchelt, der um 1530 den ersten lutherischen Pfarrer in Büchold einsetzte. Im folgte Theobald Julius, ein getreuer Anhänger der Reformation, der 1564 in Büchold die Gräfendorfer Kirchenordnung nach der „reinen Lehre Luthers“ einführte. Viele Rechtsstreitigkeiten mit den benachbarten katholischen Ortschaften waren die Folge.

Büchold ist nun über 60 Jahre evangelisch.

Nach mehr als 200 Jahren Thüngenscher Herrschaft kaufte im Zuge der Gegenreformation am 27. Februar 1596 Dietrich Echter von Mespelbrunn, ein Bruder des Fürstbischofs Julius Echter, das Schloß und Gut Büchold.

Doch schon 5 Jahre später 1601 verstarb Dietrich Echter im Alter von 47 Jahren; seine Begräbnisstätte liegt in der neu gestifteten Pfarrkirche in der Mitte des Dorfes. Noch zu Lebzeiten von Dietrichs Witwe, Susanna von Pappenheim, wurde die 1598 neu errichtete kleine Kapelle St. Nikolaus in den Jahren 1619-1622 unter seinen Söhnen Johann Dietrich (+ 1619) und Philipp Christoph Echter (+ 1630) zu einer Kirche erweitert.

Grund zur Erweiterung der Nikolauskapelle war die auf 900 angewachsene hohe Mitgliederzahl der 1614 gegründeten Rosenkranzbruderschaft, die im Zuge der Gegenreformation vom Dominikanerorden vorangetrieben wurde. Die Kirche ist deshalb ganz mit dem Heiligtum der Rosenkranzkönigin ausgeschmückt.

Das Altarbild zeigt Maria, die dem hl. Dominikus den Rosenkranz überreicht. Darunter knien, den Rosenkranz betend Philipp Christoph mit seiner Familie. Im Hintergrund ist das ehemalige Schloß und Gut Büchold dargestellt.

Der Tiroler Renaissancemaler Wolfgang Ritterlein, der 1622 in Büchold starb, schuf die einzigartige Innendekoration des Kirchenraumes.

Fast nach Fertigstellung der Kirche 1621 verstarb auch die Witwe Susanna von Pappenheim, die an der Seite ihres Gatten in der Pfarrkirche in der Dorfmitte beigesetzt wurde.

Da Heiratsgut in weiblicher Linie vererbt wurde, fielen die Ansprüche nach dem Tod von Susanna von Pappenheim an ihre Töchter Maria Elisabetha sowie an ihre Enkelin Maria, die einzige noch lebende Tochter Johann Dietrichs.

Durch die Verehelichung von Maria Echter mit Wolf Hartmann, Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg wurde 1652 Wolf Hartmann von Dalberg mit der Herrschaft Büchold belehnt. Ihm folgte später sein Sohn Friedrich Dietrich von Dalberg sowie dessen Sohn Johann Friedrich Eckenbert von Dalberg nach.

Unter den Herren von Dalberg wurde eine neue Flur- und Dorfordnung erlassen, die Ackerfluren neu vermessen und auf 25 Höfe verteilt. Das herunter gekommene und in der Kriegszeit vernachlässigte Schloss wurde renoviert und zu einer standesgemäßen Residenz ausgebaut.

1685 entstanden vor den Toren der alten Befestigungsanlage Gärten nach französischem Vorbild. Das inzwischen zugemauerte Tor der ehemaligen Schlossanlage zur Nikolauskirche hin trägt noch heute das dalbergische Wappen und die Jahreszahl 1685; leider ist davon nicht mehr viel zu erkennen, da es einer dringenden Restaurierung bedarf.

Springbrunnen und ein runder See wurden von einer Quelle bei Sachserhof gespeist. Viele Plastiken und Statuen zierten den Schlosspark und 1711 ist auch ein Glashaus erwähnt. Das Schlossgut mit seinen Anlagen stand in voller Blüte.

Der Viehhof, größter landwirtschaftlicher Betrieb im Dorf, versorgte die Herrschaft und ihre Bediensteten im Schloss.

Nach dem Tod von Johann Friedrich Eckenbert von Dalberg im Jahre 1719 fällt das Lehen Büchold als vermannt, da der Bücholder Dalberg-Linie keine männlichen Nachkommen geboren wurden, an das Hochstift zurück. Geführte Prozesse seitens der Dalberg in Mainz mit dem Würzburger Fürstbischof Johann Philipp von Greifenclau und dem Domkapitel führten zu keinem Erfolg und Lothar Gottfried von Greifenclau wird mit Büchold belehnt.

Dieser ließ sich jedoch nur zwei Mal im Jahr sehen, um lediglich die Erbhuldigungen seiner Bücholder Untertanen auf dem Schloss entgegenzunehmen.

Nach einem Tausch 1723 mit dem Domkapitel wird Büchold alleiniger Besitz der Würzburger Fürstbischöfe.

Der würzburgische Amtskeller wies 1744 auf den Schwachpunkt bei der wirtschaftlichen Nutzung der Herrschaft Büchold hin, die darin bestand, dass die zahlreichen Bauunterhaltsverpflichtungen in keinem Verhältnis zu den Erträgen standen.

Die Jahre des in voller Blüte stehenden Schlosses waren somit gezählt.

Bis 1746 prozessierten vor dem Reichskammergericht immer noch die Dalbergs gegen die Fürstbischöfe um die Herrschaft Bücholds. Als in diesem Jahr der Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn verstarb wurde Anselm Franz von Ingelheim sein Nachfolger und wie es der Zufall wollte, war dieser just der Sohn der einstigen Hauptklägerin und der Bruder des jetzigen Klägers Graf Johann Philipp von Ingelheim. Was nun folgte, war ein klassisches Beispiel für Vetternwirtschaft. Bischof Anselm Franz erlangte 1747 unter mysteriösen Umständen die Zustimmung beim Domkapitel zur Belehnung seines Bruders Graf Johann Philipp von Ingelheim mit Büchold. Seine Reform der Bücholder Grundherrschaft brachte eine Steigerung der ständigen Zinsen und Gülten von rund einem Drittel, die natürlich zu Lasten der Bücholder Bauern ging.

Als Bischof Anselm Franz jedoch schon zwei Jahre später starb war eine der ersten Maßnahmen des Domkapitels die Annullierung dieser Belehnung und die Bücholder Bevölkerung wurde wieder auf die würzburgischen Landesherren vereidigt.

Nun begann man mit der Neugliederung der Ämterzuständigkeit. Kopfzerbrechen machte die Aufteilung der ausgedehnten Wälder, der Weinberge und Jagdrechte die zur Herrschaft Büchold gehörten. 1769 wird das hochstiftische Amt Büchold aufgelöst und 1776 damit begonnen die baufälligen Schlossgebäude abzureißen. Bereits 1772 war der Viehhof an den Meistbietenden verkauft wurden.

Die ehemalige Pfarrkirche in der Ortsmitte, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, wurde 1796 niedergerissen ebenso das Pfarrhaus und mit dessen Steinen ein Glockenturm errichtet, wie er heute noch steht.

In den kommenden Jahren wurde die Veräußerungspolitik der Hofkammer Würzburg zügig fortgesetzt. Dieser tiefgreifende Einschnitt in die Geschichte Bücholds und die damit verbundene Änderung der Rechtsstellung seiner Bewohner bildete den Auftakt zu einer Zeitperiode voller Unruhe, kriegerischer Ereignisse und politischer Umbrüche.

Im Zuge der Säkularisation wurden 1804 die Verwaltungsbehörden neu organisiert und das Halsgericht Büchold aufgehoben.

1814 wird auch Büchold ein Teil des Königreichs Bayern und zwei Jahre später eine selbständige Gemeinde.

Das ehemalige stolze Schloss fristet nur noch ein trauriges Dasein als Ruine und Steinbruch für Baumaterial und muss 40 Jahre warten, ehe sich 1818 in Johann Mennig ein Käufer fand.

In der Zwischenzeit haben viele Bücholder Bürger die Steine der Schlossruine abgetragen und sich ihre Wohnhäuser damit gebaut. Nur der romanische Bergfried steht noch in einer Höhe von 25 m. An seinem Fuße entstand um 1840 ein Bauernhof mit später hinzugebauten Nebengebäuden.

Bericht von Erich Füller